Season II · Session I · MO 27.10.2025

Die Erzeuger

Elisabeth · Samuel · Alicia · Der Tod des Polizeipräsidenten
„Rein technisch betrachtet, liebe Elisabeth — würde ich sagen, du bist gefickt. Tief und hart. Wie die Camarilla halt fickt."
— Samuel Gruber, beim Verlassen des Raums

I. Die Erzeuger

MO 27.10. · 02:30. Das Prinzenbüro im Triangle wurde still, als sie eintraten. Elisabeth ging einen halben Schritt vor. Samuel blieb versetzt hinter ihr. Alicia stand seitlich, abwägend.

Elisabeth, Alicia und Samuel
Elisabeth Altenwerth
Malkavian · Im Auftrag von Prinz Ansgar aus dem Ruhrgebiet

„Wir kommen nicht, um Ansprüche auf Köln zu erheben. Und wir kommen nicht, um euch zu maßregeln."

„Ihr habt eine Bedrohung beseitigt. Ihr habt gehandelt. Und eure Handlung wurde als angemessen eingestuft."

Ihr Angebot: Übersiedlung ins Ruhrgebiet. Ausbildung unter camarillistischer Aufsicht. Ein eigenes Jagdgebiet in Essen nach erfolgreicher Integration. „Nicht als Geschenk. Sondern als Verantwortung."

Samuel Gruber
Hecata · Okkulter Spezialist · Stiller Beobachter

„Welche Kräfte des Sabbat waren konkret involviert? Habt ihr ein Rudel zerschlagen? Einen Priester ausgeschaltet?" Seine Stimme bleibt sachlich. Nur prüfend.

Alicia Voss
Brujah · Radikale Aktivistin · Frankfurt

„Oder — war es gar nicht der Sabbat? Vielleicht waren es Anarchen. Frankfurt ist nicht weit."

Sie sah JJ nicht an — nur Elisabeth. „Überzeugungsarbeit."

Die Gruppe antwortete wie aus einem Mund: „Nein."

Das Wort stand noch im Raum. Elisabeth erstarrte. „Wie bitte? Ihr verweigert die Verfügung eines Prinzen? Das ist politischer Irrsinn."

Samuel musterte Elisabeth. Ein schmales, fast unsichtbares Lächeln. Er verschränkte die Hände hinter dem Rücken.

„Doch, Elisabeth. Ich verstehe, was das bedeutet. Und ich werde daher nicht nach Dortmund zurückkehren."

Er schaut Patrick an. „Ich erzähle euch keine Scheiße. Wir bleiben in Kontakt." Und er verlässt den Raum.

Alicia blieb — vorübergehend, wie sie sagte. Elisabeth blieb ebenfalls — nicht aus Überzeugung, sondern weil Jasmin sich ihrer annahm. Die beiden sprachen. Was danach war, war keine Kapitulation: Elisabeth bot ihre Unterstützung an.

II. Drei Nosferatu im Bunker

MO 27.10. · 04:45. Das KölnTriangle erschien der Gruppe zu exponiert — zu unsicher. Sie wichen in den Bunker unter dem Hauptbahnhof aus. Dort waren sie nicht allein. In genau jenem Knotenraum, in dem die Gruppe das erste Mal Milo begegnet war, hatten es sich drei Nosferatu eingerichtet — oder versuchten es zumindest. Sie schleppten Kabel, richteten Workstations auf und versuchten die Rechner wieder zum Laufen zu bringen, als gehörte ihnen der Platz schon.

Henrik Vogt
Henrik Vogt
Nosferatu · Ruhrgebiet · Hat Kabel angezapft und Kameras installiert. Der Clevere von ihnen.
Yelena Petrova
Yelena Petrova
Nosferatu · Ruhrgebiet · Medizinische Geräte, Blutbeutel, Experimente · Analysiert Vampirblut · Spricht wie eine heisere Schlange

Sie wollte ein Schönheitselixier entwickeln.

Kohle-Lena
„Kohle-Lena"
Nosferatu · Ruhrgebiet · Kennt alte Tunnel und verborgene Wege · Sammelt Informationen

Die drei Nosferatu erkannten die Situation sofort als Gelegenheit, sich aus ihrem bisherigen Machtgefüge zu lösen und in Köln neu zu positionieren.

Ihr Angebot: Informationen, Zugang zu Netzwerken, Unterstützung im Untergrund. Im Gegenzug: Schutz, Duldung, die Möglichkeit, sich dauerhaft in Köln anzusiedeln. Eine Hand wäscht die andere.

III. Drohende Schatten

MO 27.10. · früher Abend. Kurz nach dem Wachwerden rief Wolfgang Werner von Wallenberg Patrick an — aufgeregt, fast atemlos. Von Wallenberg, ehemaliger Notar und Ghul des früheren Ventrue-Primogen von Köln, Herrn Thielen, bat um Verzeihung und fragte, ob jemand Dr. Roth ausrichten könne, dass er es nicht schafft, um 20:00 Uhr zu dem verabredeten Treffen zu erscheinen.

Was Wallenberg nicht wusste — und was die Gruppe zu diesem Zeitpunkt bereits ahnte: Dr. Roth war nicht mehr das, wofür er ihn hielt. Der Arzt hatte sich dem Sabbat angeschlossen. Das Treffen, das Wallenberg so sorgsam absagen ließ, hätte ihn in eine Falle geführt.

Ebenfalls von Wallenberg: Eine Holding aus Essen — die Rheinische Urban Capital GmbH — hatte in Lindenthal eine Villa erworben und stellte seither Anfragen zu Beteiligungen, Immobilien und Logistik. Der Verdacht: Das Unternehmen versuchte, sich systematisch in Köln festzusetzen.

IV. Milo und Dr. Roth

MO 27.10. · 20:55. Hans meldete: Ein junger Mann stehe unten und wolle dringend reden.

Milo
Nosferatu · Aus Aachen geflohen · Der Sabbat sucht ihn

„Bitte — ihr müsst euch irgendwie verstecken… Dieser Roth wollte mich gestern über die Klinge springen lassen. Hat auch kein gutes Haar an euch gelassen. Ich glaube, der hat euch aufm Kieker."

„Konrad will mich jetzt vernichtet sehen, weil ich euch geholfen habe. Ich konnte gerade noch so fliehen."

„Und noch was — verlasst das Triangle. Heute Nacht noch. Ich hab mitgekriegt, dass Roth für diesen Abend irgendetwas plant. Ich glaube, das Triangle ist sein Ziel."

Was Milo nicht wusste: Dr. Roths Plan war weit perfider als ein Angriff auf das Triangle. Sein eigentliches Ziel waren nicht die Spieler selbst — sondern ihre Ghoul-Unterstützer. Die Menschen, die ihnen nah waren. Die, die sie schützten.

Nie wirklich indoktriniert, nie mit der Brutalität einverstanden, die der Sabbat als Werkzeug benutzte. Er hatte mitgemacht, weil er keine Wahl zu haben glaubte. Und er hatte den Spielern geholfen, weil er irgendwann aufgehört hatte, die Wahl nicht zu haben.

Mit Roths Auftauchen und dem, was folgte, war Milos Position in Aachen nicht mehr haltbar. Wer dem Sabbat half und dann gegen ihn arbeitete, hatte keine zweite Warnung zu erwarten. Milo musste fliehen — aus Aachen, aus allem, was er kannte.

V. Breaking News

Kaum zwei Stunden waren seit Milos Warnung vergangen. Seit den ersten Andeutungen, dass Dr. Roth etwas plante. Seit dem vagen Gefühl, dass dieser Abend nicht gut ausgehen würde. Und dann kam die Eilmeldung — und mit ihr die tatsächlichen Ergebnisse von Roths Plan. Kalt. Präzise. Unumkehrbar.

Hier ist Radio Köln mit einer Eilmeldung. Köln steht unter Schock.

Vor wenigen Minuten ist es im historischen Gürzenich zu einem brutalen Gewaltverbrechen gekommen. Nach aktuellen Informationen wurden dort der Leiter der Kölner Polizei Jürgen Beck sowie zwei Mitarbeiter der Stadt Köln getötet. Die Opfer befanden sich offenbar bei einem Treffen in einem abgeschlossenen Bereich des Gebäudes.

Besonders rätselhaft: Nach Angaben der Ermittler gab es am Tatort kaum Hinweise auf Gegenwehr. Die Polizei fahndet nach einem männlichen Tatverdächtigen, der unmittelbar nach der Tat mit einem Fahrzeug mit Frankfurter Kennzeichen geflüchtet sein soll. Der mutmaßliche Täter: etwa 40–50 Jahre, schlank, strenges Gesicht, dunkler Anzug, weißes Hemd, schwarze Krawatte.

Dahinter steckte Dr. Roth — ein ehemaliges Gruppenmitglied, der nun offen und kompromisslos agierte. Im Gürzenich wurden der Polizeichef und zwei weitere Personen unter mysteriösen Umständen ermordet — ohne erkennbare Gegenwehr.

VI. Allianz mit Frankfurt

MO 27.10. · 23:00. Die Gruppe hatte sich entschlossen, Frankfurt um Hilfe zu bitten. Naya, Lissy und Bran kamen ins Triangle.

„Das Problem ist — wenn Köln wirklich frei wird, bleibt es nicht lange frei. Ruhrgebiet kommt zurück. Düsseldorf kommt zurück. Paris schickt jemanden."

„Es sei denn," sagt Bran ruhig, „jemand stellt sich vorher dazwischen."

Der Preis für militärische Unterstützung aus Frankfurt:

Bran lehnte sich zurück. „Ihr behaltet eure Stadt."

Eine kleine Pause. „Wollt ihr Köln wirklich behalten?"

Ebenfalls in dieser Nacht: Eine Einladung wurde übergeben — von William H. Hunter.

Einladung von William H. Hunter

VII. Alena Marković

Etwas drängt in deinen Geist. Der Geruch von Ölfarbe und Terpentin. Die Wahrnehmung wird von einer Sequenz überlagert.

Ein Atelier. Der Dom im weiter Ferne durch die Fenster. Hohe Industrie-Fenster, kaltes Neonlicht von draußen. Leinwände stehen überall im Raum. Auf jeder einzelnen: Der Kölner Dom.

Manche Bilder sind nur Skizzen. Andere wirken verzerrt, als hätte jemand versucht, sich an etwas zu erinnern — und wäre daran gescheitert.

In der Mitte steht eine Frau. Sie malt schnell, fast zwanghaft. Dom. Neue Leinwand. Dom. Neben ihr stapeln sich Dutzende Versionen desselben Motivs.

Dann hält sie inne. Langsam dreht sie den Kopf. Ihre Augen schauen direkt in deine Richtung.

„Der Traum lebt — und ich bin da."

Die Vision bricht ab.

Alena Marković Alena Marković — im Atelier
Alena Marković
Malkavian · Frankfurt · Atelier in Ehrenfeld · Malt zwanghaft immer denselben Turm

VIII. Marta Nowak

Amira wusste, dass ihre Erzeugerin in Köln geblieben war. Nicht im Triangle — bei Marta, die frisch aus Frankfurt gekommen war und sich in Porz eingerichtet hatte. Amira machte sich allein auf den Weg.

Das Gespräch in Porz dauerte lang. Marta ließ die beiden reden. Es ging nicht um Berichte, nicht um Köln, nicht um Politik. Es ging darum, warum Amira überhaupt ein Vampir geworden war — und was das bedeutete. Was die Erzeugerin gesehen hatte. Was sie sich dabei gedacht hatte. Ob es eine Entscheidung war oder eine Notwendigkeit. Ob Amira je gefragt worden wäre, wenn die Wahl bestanden hätte.

Keine der Fragen hatte eine gute Antwort. Aber sie wurden zum ersten Mal gestellt und so blieb sie dann auch über Tag.

Marta Nowak
Brujah · Frankfurt · Kalk · Kurze Haare, Lederjacke, Tattoos · Organisiert bereits Treffen im besetzten Haus
Marta Nowak Marta — Treffen in Kalk
Das besetzte Haus in Kalk